?Migrationspolitik ist mehr als Grenzkontrolle“

Der Sachverst?ndigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) hat sein Jahresgutachten 2020 ver?ffentlicht. Es beleuchtet die Bedingungen und Folgen der Migration innerhalb und aus Afrika. Welche Konsequenzen ergeben sich aus diesen Wanderungsbewegungen für die deutsche und europ?ische Politik? Das Gutachten gibt Empfehlungen.

Robert Bosch Stiftung | April 2020
SVR/Michael Setzpfandt

Die Sachverst?ndigen (v. l. n. r.): Prof. Dr. Viola Georgi, Prof. Dr. Sieglinde Rosenberger, Prof. Panu Poutvaara, Ph.D., Prof. Dr. Petra Bendel, Prof. Dr. Christian Joppke, Prof. Dr. Daniel Thym, Prof. Dr. Birgit Leyendecker, Prof. Hans Vorl?nder

Auch afrikanische Staaten sind das Ziel internationaler Migration - eine Tatsache, die nur wenig Beachtung findet. Denn in Deutschland und Europa fehlt es an Wissen über Migration in und aus Afrika. Um Migration gemeinsam zu gestalten, braucht es deshalb eine Bestandsaufnahme über das Wanderungsgeschehen mit seinen unterschiedlichen und vielf?ltigen Hintergründen. ?Die meisten Medien berichten vor allem über Fluchtmigration. Daneben gibt es aber auch Arbeitsmigration, Migration von Studierenden und Hochqualifizierten, Heirats- und Familienmigration sowie zirkul?re Wanderungsbewegungen – innerhalb des afrikanischen Kontinents und, in geringerem Ma?e, auch interkontinental“, sagt Prof. Dr. Petra Bendel, die Vorsitzende des Sachverst?ndigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR). Die EU verwende derzeit viel Geld und Mühe darauf, irregul?re Migration aus Afrika zu unterbinden. ?Migrationspolitik ist aber mehr als Grenzkontrolle“, so die SVR-Vorsitzende. Der SVR unterstützt daher die Idee, dass Deutschland gemeinsam mit anderen europ?ischen Staaten aktiv nach neuen Formen der Kooperation mit afrikanischen Staaten sucht.

Eine partnerschaftliche Migrationspolitik

Die Migration aus Afrika sei mehr als die in den Medien verbreiteten Bilder von verzweifelten Menschen in Schlauchbooten. Es k?men auch Studierende und Menschen auf der Suche nach Arbeit - allerdings noch viel zu wenige, finden die Experten. Die Sachverst?ndigen empfehlen daher eine partnerschaftliche Migrationspolitik, die im Idealfall als Entwicklungshilfe wirkt. Da mit den Menschen auch Wissen zwischen den Kontinenten hin und her wandert, k?nnen beide Seiten profitieren.

Als eine Ma?nahme schl?gt der SVR ein tempor?res Arbeitsvisum gegen ?Kaution“ als neuen regul?ren Weg nach Europa vor. Unter bestimmten Voraussetzungen sollten Migranten aus Afrika die M?glichkeit erhalten, bei dem europ?ischen Staat, den sie ansteuern, eine Art Kaution zu hinterlegen. Im Gegenzug k?nnen sie einreisen und einen tempor?ren Aufenthaltstitel zur Erwerbst?tigkeit erhalten. Wenn sie wieder fristgerecht ausreisen, erhalten sie dieses Geld zurück.

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